I
Einmal geschah es, daß Séverin Roubaud den erkrankten Steiger Poulein plötzlich vertreten mußte, weil er der Älteste auf der Sohle war.
Séverin aber betrachtete den Auftrag, einen verlodderten Flöz wieder berggerecht zu schaffen, sozusagen als Prüfungsaufgabe für den Hilfssteiger-Posten, der zu vergeben war.
Er spannte, von brutalem Ehrgeiz getreten, Hirn und Muskeln an. Trieb die fünf Kameraden wie Ochsen und fluchte bei der Einfahrt wie der Berginspektor selber.
Jaques, der fünfte von den Kerlen, lockerte im ersten Zorn schon das Messer.
Der verwahrloste Schacht stundete bereits ein paar Jahre und war schlüpfrig wie ein Sumpf.
Die sechs Männer hatten schwere Arbeit mit dem hervorgequetschten Gebirge, das sich über zehn Fuß Mächtigkeit hinstreckte.
Sie sackten jeden Schritt breit, den sie herausschlugen, sofort zu. Keile und Bolzen saßen fest im Aufhieb. Und aus Pram und Sohl rieselte kaum noch Staub.
Nur im vordersten Gang, wo Séverin allein schaffte, stand das Feuer in geduckten Funken und schrie nach der Wettermühle.
Aber Séverin hatte einen harten Schnapsschädel und bohrte fort, trotzdem die Bläser aus dem gerissenen Bruch schon explodierten und ein Heulen wie von gereizten Löwen war.