Wie ein nasser Sandsack platschte er aus der Höhe auf den Steinboden zurück.
Der Ingenieur Erwin Vallotti klingelte die Heizer herein. Einer mußte den Direktor holen. Der richtete an den Ingenieur einige Fragen, die dieser mit gleichgültigem Kopfnicken bestätigte.
Unfall. Selbstverschuldet.
Man hielt sich nicht lange auf und schaffte den Leichnam hinaus. Es waren noch zwei Stunden bis zur Ablösung, und die nützte der Ingenieur Erwin Vallotti, der allein in der Halle blieb, aus zu dem rächerischen Werk, das keiner Zeugen bedurfte. Er hatte den vorerwogenen Weg, der doch zu keinem Ziele führte, endgültig verlassen und strebte darum dem Letzten zu. Er wußte: nur ein dröhnendes Signal könnte die Scharen sammeln. Und dieses furchtbare Signal wollte er geben. Denn die Brüder brauchten einen Schlachtruf zu jener Sieghaftigkeit, die ihres Willens zur Freude wert ist. Sie werden dann nicht mehr sich selber zerfühlen, zerfleischen müssen, fühlten sie erst den großen Kampf vor sich als einen halberrungenen Sieg.
Dann erst wandelte sich zur Tat jedes Mühn, wenn der es in den Ekel zerrende Zusammenhang mit der Stillung des Hungers zerrissen wäre und auch nicht mehr die Farbe des Einzelnen trüge.
Der Ingenieur Erwin Vallotti atmete erst auf, als die Patronen gelegt waren und die Drähte verbunden. Und niemand würde, das war ihm gewiß, den Plan in den ersten vierundzwanzig Stunden entdecken.
Mit gehobenen Schultern trat er ins Freie.
V
Vor dem Tor der Grube staute sich ein wütender Menschenschwarm. Mit Steinen standen sie da. Wurfbereit, manche schwangen schwere Knüppel. So wollten sie die Streikbrecher empfangen.
Der Direktor hatte nach der Stadtkommandantur telegraphiert. Militär war unterwegs. Um sechs sollte es eintreffen. Das war zeitig genug. Denn um sieben kamen erst die Streikbrecher aus der Schicht. Als der Ingenieur Erwin Vallotti sich durch den Menschenwald zwängte, vertrat ihm Jean Paquet den Weg. Ein unheimliches Feuer brannte in dessen Blick.