»Ja gewiss, aber überlege doch« –

»Ueberlegen?« er blickte Rupert befremdet an. »Solange ich ein armer Teufel war, hielt ich es, so schwer es mir auch wurde, für meine Pflicht, abseits zu stehen. Das ist nun anders geworden, ich vermag ihr ein gesichertes, behagliches Loos zu bieten, kann ihre Wünsche, soweit sie die Annehmlichkeiten des Lebens betreffen, erfüllen;« seine Augen blickten dabei glückselig ins weite, als sähe er seine Geliebte wie eine Rose ins weichste Moos gebettet. – »Da Ilona keine herzlose Kokette ist, hoffe ich, dass sie meine ehrliche Werbung annehmen wird, die sie nach allem nur erwarten muss.«

Schönborn und mir brach der Angstschweiss aus den Poren. Wir wechselten einen rathlosen Blick; sollten wir ihm sogleich das Spiel, das wir mit ihm getrieben, enthüllen? Aber Rupert kam uns zuvor.

»Das heisst männlich gesprochen,« rief er und schlug ihm auf die Schulter, »gehe zu ihr, wirb und lass dir von ihren Lippen dein Glück verkünden; wir enthalten uns von jetzt ab jeder Einmischung.«

»Das wird die würdige Krönung unsres Spasses sein,« sagte Rupert händereibend, als sich Lichtner bald darauf verabschiedet hatte, vermuthlich um von dem Glück zu träumen, das ihm ja so sicher war. »Aus ihrem eigenen Munde soll er hören, was für ein lächerlicher Narr er gewesen ist. Ich will sie sogleich einweihen.«

Er schien Ilonas ziemlich sicher zu sein, dennoch rief ich erschrocken: »Was fällt dir ein? Wie kannst du sie darüber aufklären, welche Rolle wir sie in der Komödie spielen liessen?«

»Sei ruhig; in der Beschränkung zeigt sich euch der Meister. Ihre heimliche tiefe Liebe werde ich mit einem mystischen Schleier zu verhüllen wissen, nur von ihm soll die Rede sein. Mir ist's als hörte ich sie jetzt schon bei dem Bericht helllaut auflachen.«

»Und du meinst, sie wird ihre Mitwirkung dazu leihen, den Blasengel aus allen seinen Himmeln zu reissen?«

»Wenn ich sie bitte, gewiss.« Damit war er schon zur Thür hinaus.

»Ehe denn der Hahn kräht, wird es einen Abtrünnigen in unserm Junggesellentrio geben,« sagte Schönborn, der sich mit Vorliebe auf Weissagungen verlegt, wiewohl er das merkwürdige Unglück hat, sie nie eintreffen zu sehen, »ich wette, der arme Hugo wird morgen von der Anzeige empfangen werden: Rupert Ahlfeld, Ilona Balogh empfehlen sich als Verlobte.«