»Das sieht man doch ganz deutlich,« antwortete dieser und blieb an seiner Hausthür stehen. »Und so häßlich wie er ist! Also auf morgen, Kollege. Mögen Ihnen die Trauben gut bekommen.«

»Auf morgen, so Gott will. Ich wünsche Ihnen eine recht gute Nacht.«

»Gott gebe uns eine gute Nacht!« betete der Pönitentiarius schon vom Portal, das sich durch eine Laterne und eine Jungfrau auszeichnete. Und er schlug mit dem Klopfer an die Thür.

Als der andere Canonicus sich allein auf der Straße befand — er war breiter als er lang war und schien sich rollend fortzubewegen — ging er langsam seinem Hause zu; aber ehe er jedoch dasselbe erreichte, stieß er gegen eine Wand, die in späteren Zeiten den Verordnungen der städtischen Polizei dienen sollte, und sagte, während er wahrscheinlich dabei an seinen Chorbruder dachte:

»Und dir gefällt die Seña Frasquita auch... Es ist aber auch wahr,« fügte er nach einem Augenblick hinzu, »reizend ist sie, sehr reizend!«


14.
Garduñas Ratschläge.

Inzwischen war der Corregidor, von Garduña gefolgt, in das Rathaus eingetreten, und hielt mit diesem im Sitzungssaale eine so vertrauliche Unterhaltung, wie sie sich für einen Mann von seinem Range und seinem Amte gar nicht schickte.

»Trauen Ew. Gnaden doch nur einem Spürhunde, der die Jagd kennt,« sagte der unedle Alguacil. »Die Seña Frasquita ist wahnsinnig in Ew. Gnaden verliebt, und was Ew. Gnaden mir soeben erzählt haben, läßt es so hell wie dieses Licht sehen...«

Und dabei deutete er auf eine Kerze, die kaum den achten Teil des Saales erhellte.