»Gott verzeih es mir! Gott verzeihe mir!« stotterte der nichtswürdige Alte. »Ich glaubte, ich würde untergehen.«
»Was? Sie sind es? Was bedeutet das? Wie können Sie es wagen? Was wollen Sie hier zu dieser Stunde?« rief sie, mehr entrüstet als erschreckt, aber doch unwillkürlich zurückweichend.
»Schweig! Schweig doch, Frau!« stotterte der Corregidor, indem er hinter ihr in das Gemach glitt. »Du sollst alles wissen. Beinahe wäre ich ertrunken. Schon trug mich das Wasser wie eine Feder fort. Sieh nur, sieh, wie ich zugerichtet bin.«
»Hinaus! Hinaus von hier!« erwiderte Seña Frasquita mit der äußersten Heftigkeit. »Sie brauchen mir nichts zu erklären. Nur zu gut verstehe ich alles! Was geht es mich an, ob Sie ertrinken? Habe ich Sie gerufen? Ah! Was für eine Nichtswürdigkeit! Darum also haben Sie meinen Mann festnehmen lassen?«
»Höre, Frau!«
»Ich höre nichts! Verlassen Sie sofort das Haus, Herr Corregidor! Gehen Sie sofort, oder ich stehe nicht für Ihr Leben!«
»Was sagst du?«
»Das, was Sie hören! Mein Mann ist nicht im Hause; doch ich genüge, um ihm die Achtung zu verschaffen. Gehen Sie, woher Sie gekommen sind, wenn Sie nicht wollen, daß ich Sie mit meinen eigenen Händen wieder in das Wasser zurückwerfe.«
»Kleine, Kleine! schreie doch nicht so, ich bin ja nicht taub,« rief der Libertin aus. »Wenn ich hier bin, so wird es auch wohl einen Zweck haben. Ich will den Tio Lucas, den ein Dorfschulze irrtümlich eingezogen hat, in Freiheit setzen. Aber vor allen Dingen muß ich erst meine Kleider trocknen. Ich bin bis auf die Haut durchnäßt!«