»Ich sage Ihnen, daß Sie gehen sollen!«
»Schweig doch, Thörin! Was weißt du? Sieh, hier bringe ich dir die Ernennung deines Neffen. Zünde Feuer an, und dann wollen wir weiter sprechen. Übrigens, während meine Kleider trocknen, werde ich mich in dies Bett legen...«
»Aha, schon! Also, nun erklären Sie schon, daß Sie um meinetwillen gekommen sind? Also nun gestehen Sie schon, daß Sie darum meinen Lucas gefangen nehmen ließen? Also haben Sie schon Ihre Ernennung und alles gebracht? Heilige des Himmels! Was hat dieses Ungeheuer nur von mir gedacht!«
»Frasquita! Ich bin der Corregidor!«
»Und wären Sie der König! Mir das? Ich bin die Frau meines Mannes und die Herrin meines Hauses. Glauben Sie, daß ich mich vor den Corregidoren fürchte? Ich weiß meinen Weg nach Madrid zu finden und bis ans Ende der Welt, um gegen einen unverschämten Alten, der seine Autorität durch den Schmutz schleift, Gerechtigkeit zu verlangen. Und ganz besonders weiß ich mir morgen meine Mantille umzulegen und zur Frau Corregidora zu gehen.«
»Du wirst nichts von alledem thun!« antwortete der Corregidor, der anfing, die Geduld zu verlieren und seine Taktik änderte. »Du wirst nichts von alledem thun, denn ich werde dir eine Kugel durch den Kopf jagen, wenn ich sehe, daß du nicht vernünftig sein willst.«
»Eine Kugel!« rief die Seña Frasquita mit dumpfer Stimme aus.
»Eine Kugel, ja! Und daraus kann mir kein Nachteil erwachsen. Zufällig habe ich in der Stadt zurückgelassen, daß ich heute Nacht auf die Jagd nach Verbrechern ginge. Also, sei nicht thöricht... und liebe mich... wie ich dich anbete.«
»Herr Corregidor, eine Kugel?« wiederholte die Navarresin und warf die Arme zurück und den Körper vorwärts, wie wenn sie sich auf ihren Gegner stürzen wollte.
»Wenn du es so treibst, werde ich sie wirklich abfeuern, um mich von deinen Drohungen und deiner Schönheit befreit zu sehen,« antwortete der Corregidor voller Furcht und zog ein Paar Taschenpistolen hervor.