»Ich sterbe,« stammelte er. »Rufe Garduña, rufe Garduña, der hier an der Grabenhecke sein muß... Ich darf nicht in diesem Hause sterben.«
Er konnte nicht weiter. Er schloß die Augen und blieb wie tot.
»Und er wird sterben, wie er sagt,« brach die Seña Frasquita los. »Herr im Himmel, das ist noch das Tollste von allem! Was fange ich jetzt mit diesem Menschen in meinem Hause an? Was werden sie von mir sagen, wenn er stirbt? Was wird Lucas sagen? Wie kann ich es rechtfertigen, daß ich ihm selbst die Thür geöffnet habe... O nein, ich darf nicht hier bei ihm bleiben. Ich muß meinen Mann aufsuchen, ich will lieber die Welt in Allarm bringen, als meine Ehre aufs Spiel setzen.«
Als sie diesen Entschluß gefaßt hatte, warf sie die Büchse fort, ging nach dem Hofe, löste den darin zurückgebliebenen Esel von der Halfter, sattelte ihn, so gut es ging, öffnete die große Thür am Zaune, sprang trotz ihrer. Korpulenz mit einem Satze auf das Tier und wendete sich nach dem Grabenrande.
»Garduña, Garduña!« schrie die Navarresin, als sie sich der Stelle näherte.
»Hier,« antwortete bald darauf der Alguacil, indem er hinter einem Busch hervorkam. »Sind Sie es, Seña Frasquita?«
»Ja, ich bin's. Geh nach der Mühle und hilf deinem Herrn, der liegt im Sterben.«
»Was sagen Sie? Das ist doch nur ein Scherz?«
»Es ist, wie du hörst, Garduña.«
»Und Sie, meiner Seelen, wohin gehen Sie denn zu dieser Stunde?«