Auf geebnetem Pfade kommt nur Herr Kohn daher, reicht dir die Hand, daß du nicht »fallest«!

TOPE

Ich dichte hie und da auch Toiletten. Immer nur für eine einzige Dame. Sie ist natürlich lang und ganz schlank, wie ein Marathonsieger, hat eine Stumpfnase, Gott sei Dank großen Mund und starke Lippen, hechtgraue Augen, rotbraune Haare und anliegende papierdünne, edelgemuschelte Ohren. Hände und Füße sind lang-schmal. Sie sieht aus wie eine junge slowakische Bäuerin, an der der adelige Gutsherr mitgearbeitet hat.

Ich entwarf die Toilette Tope (Der Maulwurf): Ein seidendünner maulwurfgrauer Samt (Pan), die Bluse ohne Naht, nur wie ein zusammengelegtes Tuch, aber lang. Ein Gürtel, riesig breit, aus dunkelgrauen und weißen Glasperlen, riesige Schließe aus oxydiertem grauen Silber. Riesige kugelige graue Perlmutterknöpfe. Der Rock vollkommen bis hinab zum Zuknöpfen, mit denselben Riesenknöpfen. Grauer Sombrero mit grauem breiten Lederband und weißer, an der rechten Seite herabwallender Straußfeder. Grauer Seidenschirm mit grauem dicken Perlmuttergriff. Grauseidene Strümpfe, graue Antilopenhandschuhe, graue Schuhe aus mattem dünnem Leder.

Ich sagte zu der Dame: »Machen wir zusammen ein Gedicht —.«

»?!?«

»Ich komponiere eine Toilette, und Sie tragen sie. Das ist das schönste Gedicht!«

BEKANNTSCHAFT

Er sah sie zum erstenmal. Sie sah aus wie eine riesig hohe, schlanke, aschblonde russische Studentin, nur sehr müde von ungekämpften Kämpfen. Ein Königgrätz ohne Schlachtendonner. Tief verwundet ohne Bleigeschoß. Das Sein an und für sich besiegte sie. Das bloße Sein des Tages und der Stunde. Was sich jeweilig ergab, ereignete, verletzte, kränkte sie. Sahst du Fische aus dem Gebirgswasser in Wasserbottichen?! In ihrem starren Gesichtsausdruck, wie eh und je, sucht man ihr Leiden zu erspähen, und findet nichts und findet dennoch alles! Er sagte: »Gehen Sie nicht in wohlgepflegte Gärten, gehen Sie in offene Felder, wo niemand etwas Besonderes findet; fern dem Getriebe. Gehen Sie spazieren, wo niemand spazieren geht, so zwischen brauner Erd’ und blauem Himmel!«

Und sie sagte: »Man verwehrt es mir!«