Ich lag da, von meinen Leiden zerfressen, und sie stützte den Kopf in die Hand.
Da sagte sie: »Nicht, Peter, das Leben ist eigentlich komisch —.«
Und ich sah eine Träne, vielleicht die heißeste, verzweifeltste, die je geweint wurde.
Drei Tage später saß sie an meinem Krankenbette: »Peter, ich habe es ihm gestattet, und er ist daran gestorben. Peter, nicht wahr, die Welt ist komisch —.«
Ich lag da, von meinen Leiden zerfressen — — —.
Ich zählte es an den Knöpfen ab, was, weiß ich nicht. Aber immerhin, an den Knöpfen —. Soll man, soll man nicht, soll man?!
SOMMERABEND IN GMUNDEN
Wir, die nicht genug haben an den Taten des Alltages, wir Ungenügsamen der Seele, wir wollen unseren rastlosen, enttäuschten und irrenden Blick richten auf die Wellensymphonien des Sees, auf den Frieden überhängender Weidenbäume und die aus düsterem Grunde steil stehenden Wasserpflanzen!
Auf die Menschen wollen wir unsern impassiblen Blick richten, mit ihren winzigen Tragödien und ihren riesigen Lächerlichkeiten; mit düsterer Verachtung wollen wir nichts zu tun haben, und mildes Lächeln soll der Panzer sein gegen ihre Armseligkeiten!
Dem Gehen edler anmutiger Menschen wollen wir nachblicken, dem Spiele adeliger Gebärden und der Noblesse ihrer Ruhe! Ein Arm auf einer Sessellehne, eine Hand an einem Schirmgriff, das Halten des Kleides bei Regenwetter, süßes kindliches Bacchantentum bei einem Quadrillefinale, wortloses Erbleichen und wortloses Erröten, stummer Haß und stummes Lieben, und alles Auf und Ab der eingeschüchterten und zagen Menschenseele — — das, das alles wollen wir Stunde um Stunde in uns hineintrinken und daran wachsen!