Und diese Stimme wird alles viel deutlicher, viel tiefer, viel erhabener, viel verzweifelter einst sprechen, was das Leben des Tages und der Stunde uns zu sagen zwingt!
Wie wird diese Stimme einst sagen: »Bleibe bei mir!?«
Wie wird sie es sagen: »Du liebst mich nicht mehr!?« Und: »Adieu, adieu — — —.«!?
Diese Stimme ist so klar und rein wie Gottes Träume über das Leben der Menschen!
Aber das Leben der Menschen selbst ist unklar und schmutzig-trübe! Diese Stimme wird hineintönen wie eine Seelenglocke, ernst, erhaben, liebevoll, feierlich, rührend, in das dumpfe Gebrause der Menschheit, sie wird verklingen, übertönt werden und ausgelöscht — — —. Sie wird ihren tönenden Glockenklang verlieren und dumpf werden wie die Umwelt — — —.
Aber ein alter Dichter auf dem Sterbebett hat sie noch vernommen und nimmt den Klang mit aus einer dumpfen stumpfen Welt, tief gerührt und ergriffen — — —.
Stimme der elfjährigen Hilde, klare tönende Seelenglocke, läute, töne, solange, solange es irgendwie geht — — —.
Und wenn sie dumpf wird im Brausen des Lebensgetriebes, dann gedenke, Hilde, des unglückseligen Dichters, der noch die Seelenglocke deines edlen elfjährigen Herzens im Ohre mit hinübernahm — —.
KRANKENBESUCH
Die Freunde wollten dem todkranken Dichter eine nach ihrer Ansicht ganz exzeptionelle vollkommene Schönheit, eine Künstlerin aus München, vorführen. Sie nahmen daher ein Auto und fuhren hinaus zu ihm in das Sanatorium.