»Es ist nichts mit diesem Manne. Oh, du, du, du einziger — — —.«

Als ihr Mann in jungen Jahren gestorben war, sprach sie einst einen fremden Herrn vormittags, Ecke Kärntnerstraße und Graben an: »Ich ersuche um Ihren Namen und Ihre Adresse — — —.«

Seitdem arbeitete sie tagelang an Dingen der sogenannten Nadelmalerei, wobei man mit verschiedenfarbiger Seide die zarten Nuancen von Gegenständen nachzuahmen versucht. Alle diese Dinge schickte sie dem fremden Manne und war glücklich dabei und vor allem friedvoll, seelisch beschäftigt. Später unterrichtete sie Dorfkinder umsonst im Französischen, ihrer Muttersprache. Und dann hörte ich nichts mehr über sie 35 Jahre lang. Aber stets gedenke ich ihrer, besonders wenn ich an die modernen Tennisspielerinnen denke! Die suchen sich auch »die Zeit zu vertreiben«!?!

BESUCH IM EINSAMEN PARK

Wie wenn die müde Seele noch einmal auf längst gesprungenen Saiten ihre begeisterten Klagen singen dürfte, so ist es, wenn du zu mir kommst, Helene N.!

Der Alltag weicht da wie ein böser Zauber, der uns gefangen hielt, in einem Leben, das nicht die Stunde wert ist, die es bringt! Man lebte dem Tode entgegen!

Das alte Zauberreich von melancholischen Zärtlichkeiten erblüht durch dich, und der fade Park wird zum mysteriösen Urwald, wenn dein geliebter Schritt die alten öden Wege wandelt — — —.

Dein Sprechen wird wieder zu Musik, der Hauch des Atems wird wieder zum Wehen von Frühlings-Gebirgsalmen mit Kohlröschen und Seidelbast und Knieholz.

Dein Sitzen beglückt und dein Stehen und dein Wandeln — — —.

Alles, was dich unglücklich macht, wird zugleich mein Unglück, und deine Klage trifft ein exaltiertes Bruderherz; indem ich leide und dir die Last abnehme unverstandenen Kummers, jauchzt meine Seele, daß sie mit dir leiden darf!