Sie suchen also eigentlich einen Mann, dem Sie „sein Alles“ sind; der durch Sie es vergißt, daß die Welt erfüllt ist von herrlichen, merkwürdigen, anmutigen und originellen Geschöpfen!? Sie suchen also einen Idioten! Einen, dem Sie die Schmach antun, ihn in einen Zustand zu versetzen, wie der Auerhahn auf der Morgenbalze. Einen, der vor Gefühl nichts anderes mehr sieht und hört um ihn herum! Um ihm etwas bieten zu können, rauben, stehlen Sie ihm seine Weltenseele, und für eine Haarnadel aus Ihren Haaren gibt er das Glück von Tausenden eventuell hin! Und diese Scheuklappenpolitik nennt Ihr dann „Liebe“! Ein verdoppelter Egoismus, dem zum „heiligen Dreibund“ nur noch der miserable Köter „Putz“ fehlt, an den Ihr Euch gemeinsam attaschiert!

HERBSTLIED

Die Ahornblätter sind wieder goldgelb, man kann die einzelnen goldenen Bäume zählen im dunklen Forste. Also ist es Herbst.

Gerade vor einem Jahre sah ich sie, 25. September 1911.

Sie war 11 Jahre alt. 11! Was macht es?!?

Der Wald bot damals alles, was er heute bietet, und immer bieten wird — — —.

Nur ich bin düsterer geworden, weil ich zuviel an ihre Zukunft denke.

Als ich sie damals sah, da ging ich in den Wald, um mir es einfach jauchzend mitzuteilen: „Du hast das Herrlichste erschaut!“

Jetzt aber, tieferfüllt von ihr, seh’ ich im düsteren Herbstwald dunkle Schatten kommender Eroberer!

Oh, Gnade, Gnade, Ihr Herren, für mein geliebtes Kindchen!