Die Frau eines berühmten Operettenkomponisten sagte zu mir: „Herr Altenberg, Sie wissen doch alles von den wichtigen Sachen im Leben, ich bitte, soll man Rhabarber in einem Garten anpflanzen?“
„Nein, unter keiner Bedingung! Rhabarber verbraucht alle Bodenkraft ringsumher, er ist, gleich dem Rasen, der Egoist in der Pflanzenwelt!“
Die Frau eines berühmten Schriftstellers sagte zu mir: „Ich bitte sehr, soll man den Reis schon die Nacht vorher einweichen in einem Wasserwandel?“
„Jedenfalls! Reis bedarf der Vorbereitung, wie jede zarte Sache!“
Eine dritte Dame sagte: „Alles was in Ihren Büchern ist, ist längst vorher in unseren Herzen! Aber wir sind feig, behalten es bei uns. Es ist gut, daß jemand den Mut habe! Und dann: Uns glaubt man nicht. Den Dichtern zwar auch nicht. Man sagt: Ein Dichter! Uns aber sagt man: Gans!“
KLARA
Es gibt Mädchen, deren ewige Verehrer wir bereits sind durch die Art wie sie ihre Haare zurückstreichen an den Schläfen. Eine unermeßliche Anmut ist es, eine kindlich-lässige, nichts bedeutend und für uns ein Schicksal!
Hätte ich nicht gesehen, wie sie ihre Haare zurückstreicht — — — aber ich habe es gesehn und bin verloren!
Von nun an für sie beten und weinen — — —.
Wie hob sie die Arme, wie hielt sie die Schultern, wie waren ihre Hände, ihre Finger, wie stand sie da, und wie besiegte sie alle Nixenreigen im Mondlichte am Waldsee der Märchen?!