Wie nun die Hand mit der gewundenen Birkenrute zum Vorschein kam, erhob ich ein Zetergeschrei.

Eilte sogleich die Mutter herbei. Sie that sonst selten Einsprache, wenn der Vater mit mir Gericht hielt, heute aber faßte sie ihm die Hand und sagte: »'s Röckel flick' ich 'leicht wieder zusammen, Alter. Geh' jetzt mit, ich muß Dir was sagen.«

Sie gingen beide hinaus in die Küche; ich denke, dort haben sie über die Martinigeschichte gesprochen. Sie kamen nach einer Weile wieder in die Stube.

Der Vater sagte mit fast dumpfer Stimme: »Sei nur still, es geschieht Dir nichts.«

Und die Mutter flüsterte mir zu: »Ist schon recht, wenn Du das Röckl dem lieben Herrgott hast wollen geben, aber besser ist's noch, wir geben es dem armen Thalmichelbuben. In jedem Armen steckt der liebe Gott. Schau, der heilige Martinus hat's auch schon gewußt. So, und jetzt, mein Bübel, hupf' auf und schlüpf' ins Höslein; der Vater ist noch nicht allzuweit mit der birkenen Liesel.«