Jetzt hörte man nichts, als den Wildbach draußen. Plötzlich aber schlug der Pecher mit seiner knochigen Faust auf den Tisch, daß die Gläser emporsprangen. „Sakra,“ fluchte er, „wenn sie wieder kommen, so setzt’s was! Sie sind schon dagewest und unsere Vatersleut haben sich treten lassen, daß es schon ganz hündisch ist gewest. Aber wir raiten anders, wir! Mit Hacken und Messern fahren wir drein und klieben ihnen die Schädel auseinand. Edelwaldleut, wir sind keine Hundsfötter, wir sind freie Leut. Kreuzsakerment!“

Der Mann war aufgesprungen und hatte sein langes Messer mit einem schweren Fluch in den Tisch gestoßen.

„Was hat er denn,“ fragte der Baldl.

„Er wird allemal so wild, wenn von den Franzosen die Rede ist,“ sagte Kilian, „sie haben seinen Großvater erwürgt.“

„So haben sie ihn erwürgt in des Teufelsnamen!“ rief der Pecher, „sie sind Feinde gewest. Aber daß sich hernach mein Vater von ihnen zu einem Knecht hat brauchen lassen, zu einem Spion und Schurken, das verzeih’ ich ihnen nimmer, und wenn’s mir den Himmel kostet!“

So redeten und schrien sie hin und her, es war ja zur Zeit des deutsch-französischen Krieges, wo auch die Waldleute tief im Gebirge aufgeschreckt worden sind, wo sie alles Weh, das sie vier Jahre früher erfahren, vergessen hatten und nur vom Franzosen-Erschlagen die Rede war. – Zur solchen Zeit that eine gemüthliche Musik wohl. Und in diesem Augenblick, da die verwilderten Gemüther entbrannten zum Vergelten und Schlachten, legte der alte Harfner seine Finger in die Saiten....

Sie klangen noch ein wenig trüb, aber sie klangen und spielten ein fröhlich Lied. Agnes legte den Arm um den jungen Bräutigam – es begann der Reigen.

Und als das Paar anmuthsvoll und geschmeidig durch die Stube walzte, da pfiff Kilian die lustige Weise mit und schnalzte mit den Fingern den Takt dazu und trillerte in seiner bäuerlichen Art:

Wan ma zithernschlogn,