Doch war dem Alten das Schußgewehr ein angenehmer Geselle in den langen, öden Nächten. Hieß es ja, der Remini Dreihand berge Geld in seiner Klause.
Die Liebe blüht.
Im Winter ging es auf dem Hofe noch lebhafter zu, als im Sommer. Da war Alles von den Almen beisammen auf der hohen Weid. Auch kamen die Viehhändler, die Fleischhauer von den Ortschaften herauf, und zur Weihnachtszeit kam mancher neue Dienstbote und mancher alte ging.
Zur Weihnachtszeit war es auch, als der Hochweider den Melchior mit in sein Stübchen nahm: „Bist mir zwar zu Jakobi erst in’s Haus gekommen, aber ist der Bauer von der hohen Weid mit Einem zufrieden, so giebt’s beim Auszahlen kein halbes Jahr. Haben nichts Festes ausgemacht, also siebzig Gulden für’s vergangene Jahr.“
Er zählte das Geld auf den Tisch.
„Ich frag’ nur Eins, Bauer,“ sagte der Melchior, „muß ich fort, oder soll ich dableiben?“
„Ich denk, Melchi, bis auf weiteres weißt, wo Du daheim bist. Und willst schon Deine besondere Ehr’ haben, auch recht, so sag ich: sei so gut, Melchior, und bleib mir noch für’s nächste Jahr auf meinem Hof.“
„Ist recht, Bauer. Habt Ihr sonst was anzuschaffen? Nicht, so geh ich wieder an meine Arbeit.“
Er ging und das Geld blieb liegen auf dem Tisch. Keinen Blick hatte der Bursche nach demselben geworfen.