Worüber nur? Weil der Ring im Vogel nicht von Gold oder Silber gewesen? Weil der Melchi kein Geld in der Tasche trug und ihr kein Taffetschürzchen kaufen konnte? – Nein, so klein denkt die kleine Toni nicht. Oder – hätte sie doch der Rosenkranz am Pfingstsonntag verdrossen?

Es verging eine Woche um die andere, die Butterdirn gab sich mit dem Melchior nicht mehr und nicht weniger ab, wie mit den anderen Mannsleuten, sie war lustig und lachte wie immer, aber ihr Lachen – wer ihm aufgepaßt hätte – scholl lauter und härter als sonst.

Der Melchior befliß sich zu zeigen, daß er ganz so sei, wie immer, und brummte seinen Ochsen zuweilen auch wohl das Liedchen vor:

„Wegen oan Dirndl traurig sein,

Däs follt ma gor nit ein,

Brauch’ nit erst ’s Dutzend z’ zähl’n,

Krieg’s nach der Ell’n.“

Aber dann guckte er doch wieder einmal durch das Bohrloch in die Butterkammer hinein.

An Sonntagen, wenn die Toni zur Kirche hinabgegangen war, kam sie nun häufig später nach Hause als sonst, und im Hof gingen allerhand Neckworte herum vom Leisten, von der Ahle, von Schmier und Pech u. s. w., die auf die Butterdirn gemünzt waren und die der gute Melchior Ehrlich nachgerade nicht begriff.