Als der Inhalt offen dalag, schüttelte er den Kopf und lächelte trüb: „Hab’ mir’s gedacht, hab’ mir’s gedacht!“
Fünf Stück Hunderterbanknoten hatte er in der Hand.
Er sah sie blinzelnd an und begann so mit dem Papier zu reden: „Jetzt seid ihr da! jetzt seid ihr auch bei mir da? Wollt ihr mich auch haben? O, der Melchi, das ist der Unrechte! – Der Krug, der geht so lang’ zum Brunnen, bis er bricht – kennt ihr’s nicht, das Sprüchel? – Geld, wo ist meine Mutter, mein Vater? Geld! Du hast mir meinen Bruder verdorben, hast mir meine Liebste weggenommen! Du hast schon viele Leute zum Galgen geführt oder zum Narren gemacht. – Mein Leben und meinen Namen hast du zugrunde gerichtet, du verfluchtes, du vermaledeites Geld.“
Und während er knirschend diese Worte sprach, ballte er die Banknoten mit krampfigen Fingern zusammen; schon hob er den Arm, um den Ballen weit von sich zu schleudern, da hielt er plötzlich ein und ein Lächeln flog über sein bleich gewordenes Gesicht.
Er entwirrte die Blätter, legte sie glättend in Ordnung aneinander und steckte sie in seine Hosentasche.
Er hatte vorhin den alten Remini um den Hof schleichen gesehen; diesen wollte er nun aufsuchen.
Er eilte durch den Gemüsegarten und über die Matte quer hinab gegen den Waldrand. Und am Waldrande hockte der Alte bei einem frisch knisternden Feuer und schob Kartoffeln in die Gluth.
„Nu, Vetter,“ redete ihn der Bursche an, „wo habt Ihr heut’ die Erdäpfel gestohlen?“
„Ich? die Erdäpfel!“ stotterte der Geknickte, „gefunden –“