Wieder das Lachen und die Thränen – viele Thränen – lautes Schluchzen, so daß der Knabe draußen erschrocken zu seinen Schwestern lief: „Geht geschwind, der fremde Mann, der thut der Mutter was!“


Gutes Geld.

So hat sich’s zugetragen mit dem Geldfeind, mit dem Melchior Ehrlich – dem Ehrenschmiedsohn. Er hat sein altes Lieb, die Rothkitteldirn, geheiratet.

Ueber der Thür des Häuschens war ein hölzerner, grün angestrichener Stiefel gehangen; der mußte herab. Es wohnte kein Schuster mehr im Hause. Ein paar Gärten und Aecker waren dabei und die Wirthschaft war ein Bauerngütchen geworden. Die Leute drin arbeiteten mit Lust und Fleiß, und nach und nach füllten sich die Räume wieder, die der geknickte Zaunpfahl so hämisch ausgeleert hatte.

Von den Kindern des verstorbenen Gegerle ist auch nur Gutes zu sagen.

Die beiden Jungfrauen verheirateten sich, der Knabe kam auf die hohe Weid als Hirtenjunge, mit dem leichtlich die Idylle wieder anhebt. Es ist das alte leichtherzige Leben im Hofe auf dem Rochusberge, nur schier noch ungebundener als unter dem alten Bauer. Das Familienleben zwischen Mensch und Vieh wird einträglich fortgeführt. In der Butterkammer wirthet manch’ heitere Magd, über die Weiden der Heukehr springen und scherzen die Ziegen und die Kälber. Auf dem Hochboden steht noch der Schirmschachen und der Anwachs ist höher geworden und spendet noch immer den freundlichsten Schatten. Freilich wackelt das Sennermägdle allzu selten vorüber.

Aber es lebt noch, das Sennermägdle auf der Hinteralm. Es waltet die Heerden, es ist völlig frisch; es wartet immer noch auf den Tiroler und saugt und saugt an dem Pfeifchen, auf daß das Feuer nicht sollt verlöschen.

Einen traurigen Ausgang hat es mit dem alten Remini Dreihand genommen. Der ist eines Tages todt in seiner Klause gefunden worden; er hing am Staffel seines Bettes. Man wußte nicht, weiß es heute noch nicht, ob sich der alte Geizhals aus Sorge um „seine alten Tage“ selbst erhenkt hat, oder ob er durch Mörderhand erdrosselt worden. In dem wurmstichigen Schrank der finsteren Klause fand man nicht einen Heller Geld, aber unter der Bettstatt, tief in die schwarze Erde gegraben, wurde bei der Untersuchung ein Ledersack entdeckt, in dem altes, schweres Silber lag.