Dann zerknitterte er den Rosmarinstamm und dann kroch die Kreuzspinne über sein Haupt und zu seinem Herzen.


Es begann bereits zu dunkeln und vom Hügelland herauf zogen verlorene Klänge einer Gebetglocke.

Martin brach sich vom Lärchgeäste einen Stock, schritt über den Paß und langsam abwärts gegen die Waldschlucht. Plötzlich stand er still und horchte. Ein Uhu krächzte. Der junge Mann schauerte und eilte schnell weiter durch den Hohlweg. Wieder blieb er stehen und that einen gebrochenen Aufschrei. Unten in der Schlucht sah er Lichter flimmern und diese bewegten sich und kamen des Weges entlang ihm entgegen.

Martin verbarg sich unter dem Hang, er zitterte und betete leise.

Und die Lichter kamen näher – ein Gemurmel zitterte durch die Abendstille. Menschen zogen den Hohlweg heran und einer unter ihnen trug auf dem Arm einen kleinen Sarg. Sie sprachen mit gedämpften Stimmen ein Gebet.

Den Letzten, der vorüber kam, fragte Martin, wer die kleine Leiche sei?

Sie war das Kind einer fremden Bettlerin, vor wenigen Stunden erst in einer Waldhütte geboren. Weil der Wurm starb, bevor man ihm Wasser auf das Haupt gegossen, hatte es kein ander’ Begräbniß.

Sie gruben nun in weichem Moosgrund ein Gräblein und legten das Kind der Bettlerin hinein. –