O du schöner, frischer, fröhlicher Wald! O du klingender Vogelsang, du duftiges, thauiges Blumenleuchten! Du sonnige Himmelsrunde, du erquickender Schattenschoß mit deinem unendlichen Leben, wie bist du gräßlich! Gräßlich, wenn durch dich der Weg zum Todtengräber führt.
Das ist der Weg, den der alte Harfenspieler wandelte.
Der Todtengräber zu Feichtau saß in seiner dumpfigen Stube und klopfte mit einem Hammer verbogene und verrostete Sargnägel zurecht und nagelte dann damit für seinen Kleinen einen Kinderwagen zusammen.
„Braucht Ihr was?“ fragte er murrend den eintretenden Musiker.
„Ein Grab,“ antwortete dieser, „mir ist mein Weib gestorben.“
„Ist schon recht, werden es wohl machen. Seid Ihr beim Pfarrer gewest? Nicht, dann geht jetzt zu ihm. Ich krieg’ nachher meinen Gulden.“
Der Harfenspieler ging zum Pfarrer, der in seinem Garten mit dem Spaten ein Blumenbeet umstach, und klagte ihm sein schweres Anliegen.
„Sie sind wohl fremd in der hiesigen Gegend?“ fragte der Pfarrer.
„Freilich wohl, Hochwürden, und so wollt’ ich höflich gebeten haben –“