„Du solltest nicht belehrt werden dürfen darüber, was es bedeutet, wenn ein Mann einem Weibe den Ring an den Finger steckt. Nun belehrt Dich die Bauernmagd.“

„Angela!“ sagte der Prinz sehr leise, aber ernst.

Sie sah ihn scheinbar ruhig an und entgegnete: „Welch’ ein vorwurfsvoller Ton! – Ich begehre von ihr den Ring zurück.“

Sie verließ das Gemach. Er stand und blickte ihr nach und murmelte: „Ich liebe die eifersüchtige Frau; aber Deine Eifersucht, Angela, ist niedrig. – Wäre es möglich! Wäre es denkbar, daß Du recht hättest? So wärest Du es selbst, die meinen Sinn nach dem armen Mädchen wendet. – Sieh Dich vor, Angela, Ringe sind zu ersetzen, Herzen nicht! – Ich gab ihr den Reifen, so sei und bleibe er ihr Eigenthum.“


Das kleine blatternarbige Herrchen, mit welchem das Viktel bei der Ankunft im Schlosse gesprochen hatte, war Geheimsecretär des Prinzen und hieß Magister Flaus. Er war Meister in Welt- und Hofkünsten, die rechte Hand des Prinzen, die linke der Fürstin, und die Schnürchen der meisten beweglichen Puppen ringsum gingen in seiner Faust zusammen.

Bei Magister Flaus sprach nun so höflich und unterthänig, als in der Eile möglich, der Leibkutscher des Prinzen vor, ein strammer, kräftiger Kerl, der eben erst von den Uhlanen für den fürstlichen Privatdienst ausgehoben worden war.

„Was soll mit ihr geschehen?“ fragte dieser.

„Mit wem?“ fragte der Magister.