Unmuthig sprach er diese Worte; die Fürstin streichelte ihn: „Du bist so gut, Emerich, aber Du bist ein Schwärmer. Blicke mir doch wieder einmal in’s Auge!“

Er that’s mit einem hastigen Blick und sagte: „Warum soll ich Dir nicht in’s Auge sehen können, meine Liebe! Ich hoffe, daß ich Alles, was ich persönlich thue oder lasse, jederzeit werde verantworten können.“

„Warum siehst Du so eilig wieder in die leere Luft hinein, Emerich? Genirt Dich mein Blick?“

„Ja, Angela, ja! Wenn ich in Dein schönes Auge schaue, so kann ich nicht denken und sprechen; der Gedanke ertrinkt in diesem See, verbrennt in dieser Sonne.“

„Galanter Mann! Indeß würde ich von Deiner Liebe noch tiefer überzeugt sein, wenn Du an meiner Seite bliebest, anstatt wie ein Waldmann im Gebirge herumzustreifen und Dich verschiedenerlei Gefahren auszusetzen.“

„O laß’ mir doch meine Freude an den Bergen, oder theile sie mit mir, mein Kind.“

„Ich begreife das Vergnügen nicht, zwischen den Bergen zu sein und auf Mörderhände zu warten.“

Der Prinz lächelte und versetzte nicht ohne Schalkheit: „Diesmal macht weniger der Mörder, als der Schutzengel meiner Theuersten bange. – Nein, nein, jener Landritt war nicht der erste und wird nicht der letzte sein. Daß ich einmal in Gefahr war, Verbrecherhänden anheimzufallen, wird mich nicht ängstlich machen. Wenn der Mann wirklich eine böse Absicht hatte – was allerdings unstreitig ist – so hatte er sie nicht gegen den Fürsten, sondern einfach gegen die Geldtasche.“

„Ich begreife, mein Herz, das Gefühl der Dankbarkeit, das Du zu jener Stunde der Befreierin aus der Gefahr entgegengebracht hast, auch ich werde der Vorsehung mein lebelang danken, jedoch bedauere ich, daß Du der Magd den Ring verpfändet.“

„Mein süßer Engel,“ versetzte nun der Prinz und legte ihr Händchen zwischen die seinen, „Du weißt nicht, wie mir damals zu Muthe war. Hätte ich Der, die mich dem Leben, die mich Dir erhielt und die für mich blutete, Geld geben sollen oder die Taschenuhr? Nein, nein. Nur das Theuerste, was ich bei mir trug, war gut genug.“