Und in einem kühnen Satze sprang diese Nonne jetzt vom Roß, weithin flatterte der Habit auf den Sand und ein schmucker Ritter stand da, dem Alten drei schwere Goldstücke in den Hut werfend – als Schlüsselgeld.
Dann, als die sieben ehrwürdigen Frauen mit der jungen Büßerin herankamen, stellte sich der Rittersmann trotzig ihnen in den Weg, begehrte in kühner Sprache, daß man anhalte und ihn höre, und warb dann schön und minniglich um die junge Maid Gudwella.
Und die junge Maid schlug entzückt ihr Auge auf und sah im strahlenden Tageslichte die Anmuth und Herrlichkeit ihres vielgetreuen Hüters. Mit züchtigem Schritt abwendete sie sich von den sieben würdigen Schwestern und legte ihre Hand in die des Ritters.
Im Niedergange stand die blasse Scheibe des Mondes; im Aufgange aber loderte das Flammenrad der Sonne, voll ewiger Majestät verkündend: „Das Leben siegt!“
Verlag von L. Staackmann in Leipzig.
Peter Rosegger.
Ein Beitrag zur Kenntnis seines Lebens u. Schaffens.
Von Hermine und Hugo Möbius. Ca. 9 Bogen in Lexikon 8o, reich illustriert mit verschiedenen Beilagen; elegant kartoniert. Preis M. 3.50.