„Und von Dir ist’s auch nicht recht,“ sagte der Bursche, „daß Du, kaum erst aus dem Krankenbett, jetzt in der kühlen Nacht da auf der Kugelbahn hockest!“

Felix selber war überrascht, daß er jetzt so gescheidt gesprochen hatte. Sein Vater und seine Mutter zusammen konnten kaum vernünftiger reden, als er es heute vor diesem Mädchen that. Und dabei fühlte er sich so gesetzt und bereit zum Beistand, er hatte selbst nicht gewußt, daß er so sein konnte.

„Das ist freilich wahr,“ entgegnete Constanze auf obigen Vorwurf, „aber ich hab’ mir nicht zu helfen gewußt, ’s ist mir so um’s Weinen gewesen, und da habe ich mich aus der Mägdekammer davon gemacht. In der Kammer spotten sie mich aus, wenn ich traurig bin. Sie haben es besser als ich; sie können davon gehen, wenn das Jahr aus ist, ich muß bleiben.“

„Ruck nur recht glatt an mich, daß Dir nicht kalt wird,“ sagte der Bursche. – „Aber die Bäuerin! So möcht’ ich doch wissen, was sie gegen Dich hat.“ – Völlig aufbrauste er.

Constanze schwieg. Sie hätte gern gesprochen, ihr ganzes schweres Herz ausgesprochen vor diesem guten Menschen. Aber die Klugheit gebot ihr Zurückhaltung; bislang wußte sie doch nicht, wer er eigentlich war und in welchem Verhältnisse er zur Bäuerin stand.

„Jetzt muß ich wohl in’s Haus,“ flüsterte sie und machte sich allmählich los von seinen Armen, die sie – sie wußte nicht wie – umgarnt hatten.

Felix hatte nicht mehr Lust weiterzukegeln. Er ging mit dem Mädchen bis zum Hause. Am Thore, wo sie sich trennten, gab er ihr das Wort: „Wenn ich eine Zeit lang im Ländhof verbleibe, Constanze, an mir sollst einen guten Freund haben.“

Dann schlich er die Stiege hinan, den Vorgang entlang, drückte alle möglichen Thürklinken nieder, bis endlich eine nachgab.

Unabwendbar durch das Gemach der Bäuerin ging sein Weg; behend huschte er an aller Anmuth vorbei und in seine Stube.

Er mußte sich gestehen, die Ländhoferin war ihm nun nicht mehr ganz gleichgiltig.