Die letzten Worte wollten fast ersticken. „Und jetzt,“ fuhr sie unter Schluchzen mühsam fort zu sprechen, „jetzt, da ich vom Krankenbett aufgestanden bin, wird es ’leicht noch ärger.“
„Bist krank gewesen, Constanze?“ fragte der Bursche in gar mildem Tone und legte seine Hand auf ihre Achsel.
„Es hat mich wer in den Keller eingesperrt,“ sagte das Mädchen, „sie hat mich hinausgeschickt in’s Kellerhaus, daß ich von den Sauerkrautkübeln das Wasser abschöpfe. Wie ich damit fertig bin und davon will, ist die Thür im Schloß. – Wenn Du einmal in den Keller gehst, so wirst es sehen, selber kann die Thür nicht zufallen. – Gerufen hab’ ich, bis mir die Stimm’ ist gebrochen. Kein Mensch hat mich gehört; das Kellerhaus steht ja oben beim Schachen. Die ganze Nacht bin ich im Gefängniß gewesen, erst am Morgen haben sie mich erlöst. Die Mutter ist am selben Tag nach Breitenschlag gefahren; die Leut’ haben gemeint, ich wär’ mit ihr. Ganz zufällig haben sie mich gefunden. Ja, und da habe ich mich so verkältet, daß ich in eine Krankheit gefallen bin.“
„Jetzt, wer hat Dich denn eingesperrt?“ rief der Winzer.
„Ja, dasselb’ wollt’ ich –“ sie unterbrach sich und flüsterte: „ich kann gar nichts sagen.“
„Du!“ sagte Felix, „vielleicht ergründ’ ich’s, wer im Ländhofe die Leut’ einsperrt. – Und jetzt, Constanze, bist wohl wieder brav gesund?“
„Wie vor etlichen Tagen die Mutter in’s Weinland gefahren ist,“ erzählte das Mädchen, „da bin ich noch im Bette gelegen, arg krank. Ist darauf aber schleunig besser geworden; und jetzt, wie die Mutter heimkommt – denk’ ich mir – da will ich ihr eine Freud’ machen, und daß sie gleich sieht, ich bin schon wohlauf, laufe ich ihr entgegen. – Wie groß ihre Freude über mein Gesundwerden gewesen ist, hast Du selber gesehen.“
„Thät man ihr’s ansehen?“ entgegnete Felix nach einem Weilchen, „gewiß nicht. – So möcht’ ich doch wissen, Constanze, was hat sie denn gegen Dich?“
Das Mädchen neigte traurig das Haupt.