„Und gerade Deinetweg – daß sie es so vor einem fremden Menschen gesagt – hat mir’s noch zu allermeist weh gethan.“
„Ich bin kein fremder Mensch, Dirndl, ich gehör’ jetzt auch zum Ländhof. Felix heiß’ ich, und wie heißest denn Du?“
„Seit mein Vater todt ist,“ entgegnete das Mädchen, „hat mich kein Mensch noch so gutherzig gefragt, was mir weh thut, als Du. Und weil Du die grobe Red’ von der Mutter schon gehört hast, und Du Dich doch noch nach mir umschaust, so vertraue ich Dir. – Ich heiße Constanze und bin das Kind vom Hause.“
„Von diesem Hause da! vom Ländhof?“
„Das einzige Kind.“
„Und die Bäuerin, die ist gewiß Deine Stiefmutter, Constanze?“
„Als meine Mutter gestorben ist,“ sagte das Mädchen, „bin ich sechs, und als mein Vater die Unterviertlerin geheiratet hat, bin ich sieben Jahr’ alt gewesen.“
„I, dann freilich,“ versetzte der Bursche, „eine Stiefmutter ist des Teufels Unterfutter.“
„Das darfst nicht sagen,“ verwies sie, „die Mutter hat auch ihr Gutes. Ich könnte sie gewiß recht lieb haben – ich mag keinem Menschen böse sein – aber sie peinigt mich.“