Auf dem Rückweg schritt Felix durch den Baumgarten. Manch’ schwarzen Balken, wie sie auf dem thaunassen Boden umherlagen, überstieg er mit vorsichtigem Fuße, und lachte sich selbst aus, wenn es schließlich kein Balken war, sondern blos der Schatten eines Baumstammes. Ueber den Laden der Kugelbahn, den er für einen Schatten gehalten hatte, stolperte er. Eine Kugelbahn und daneben in der Rinne die Kugel! besser könnte sich doch gar nichts schicken, um die Grillen zu vertreiben. „Wenn’s auch Nacht ist, probiren wir’s einmal! Stehen Kegel auf dem Kreuz, so werden sie wohl fallen.“
Mit frischem Knabenmuth hob er die Kugel, wog sie in der Hand, schupfte sie kunstgerecht mehrmals aus der Lage, um sie sicher zu fassen, stellte sich an, schwang etlichemale den Arm – auf dem schmalen Laden glatt und scharf rollte die Kugel hinaus, und in der Laube stürzten klingend die Kegel.
In demselben Augenblicke huschte eine Gestalt aus der Kegellaube und wollte abseits eilen.
„Oho!“ rief Felix munter, „hat sich ein Schelm versteckt gehalten?“ Er verfolgte das Wesen und erjagte es.
„Laß’ mich weg!“ hauchte die Gestalt und brach in Schluchzen aus. Er sah ihr in’s Angesicht; jenes blasse Mädchen war’s, das bei der Heimkehr der Bäuerin das treuherzige: „Grüß Gott, Mutter!“ gerufen hatte.
„Du Närrle, Du, was ist Dir denn geschehen?“ fragte der Bursche theilnehmend. Sie weinte noch mehr, und ihr Bestreben, aus seinem Arm zu entkommen, war fruchtlos.
„Jetzt will ich’s just wissen!“ fuhr er fort, „und jetzt komm’ und setze Dich da mit mir in die Laube. – Siehst Du, alle Acht’ hab’ ich getroffen – nur Einer steht noch. Und jetzt mußt Du mir’s redlich erzählen, was Dir geschehen ist.“
„’leicht hast es selber gesehen,“ antwortete sie leise, „gelt, Du bist ja der junge Unterviertler, den die Mutter mitgebracht hat?“
„Auf’s Haar derselbe.“