„Der Bub’, den ich vom Unterviertel mitgebracht hab’, ist ein Geschwisterkind von mir. Der wird dableiben, und wenn er sich heut’ die Wirthschaft ansehen will, so geh’ ihm zu Handen. – Jetzt weißt es, und jetzt rühr’ Dich wieder vom Fleck, Du alter Scherben.“

Der Knecht aber blieb vor ihr noch stehen, pfusterte mit der Nase und sagte dann mit ganz gutmüthiger Stimme die Worte:

„Bäuerin, zu Neujahr hab’ ich gesagt, wenn ich mir die Grobheiten gefallen lassen muß, die seit des Bauers Tod im Hof herumfliegen wie die Gelsen, so verlang’ ich um zehn Gulden mehr Jahrlohn. Heut’ sag’ ich, um zehn Gulden thu’ ich’s nicht und die Bäuerin soll sich für nächst Jahr um einen andern Altknecht schauen.“

Dann ging er langsam davon und war schier um ein paar Zoll länger als sonst.

Die Ländhoferin war nicht einmal erbost. Sie dachte an einen jungen Altknecht.

Felix ging am selben Tag zu seiner eigenen Ueberraschung auf der grünen Länd’ um, wie der Gutsherr selber. Die Arbeiter grüßten ihn höflich, munkelten aber allerlei Ungereimtes, sobald er wieder davon war.

Er ging in den Wald, sah dem Baumfällen, Brennholzbereiten und Streusammeln zu. Er ging auf die Wiesen, wo Herbstmahd war; er ging auf die Felder, in die Gärten, wo die Spätfrüchte eingethan wurden. Er ließ sich über den Fluß führen, um die jenseitigen Flachsarbeiten zu sehen. Dort wurde der auf freier Au gebleichte Flachs gehoben und in Büschel zusammengebunden.

Felix verstand von Allem nichts – er verstand nur, wie man die Reben zieht und die Trauben preßt. Eine Magd aber war doch so dienstbar, ihn zu fragen: „Bauer, wird der Haar (Flachs) auch heuer wieder mit Strohbändern gebunden?“

„Ja freilich,“ gab der Winzerssohn zur Antwort; er sah nicht ein, warum gerade heuer die Regel unterbrochen werden sollte.

Das Mißliche war, daß – wenn man ihn so hoch hielt – er den Würdevollen spielen mußte und nicht in seiner kecken, lustigen Weise jauchzen und singen durfte. Er ließ es gar so hart. Die Lustigkeit steckte in seinem Blute, wie der Geist im Weine. Aber wenn es schon ist oder werden wird, wie es aussieht, so –