Kurz, der Ländhofer muß ein gesetzter, ernsthafter Mann sein. Beim hellen Tag sah ja Alles anders aus, als in der Nacht – wer wollt’ nicht Großbauer sein!
Als Felix von seinen Besichtigungsgängen in den Hof zurückkehrte, harrte seiner der Schneider. Für den jungen Mann ein neuer Anzug war bestellt. Die Bäuerin stand dabei und leitete das Beginnen, als der Meister das Maß nahm. Das Maß um den Oberkörper des Burschen, die Breite der Brust, der Achseln, die Länge der Arme; dann die Weite der Hüfte, die Höhe vom Stiefelabsatz bis zur ersten Rippe und die Höhe der Schenkel.
„Ist mir nicht bald Einer vorgekommen, so bildsauber gewachsen, als der da!“ murmelte der Schneider in den Maßfaden hinein, den er zwischen die Zähne genommen hatte. Die schönheitssinnige Ländhoferin nicht minder freute sich der Wohlgestalt.
Am Nachmittage nahm die Bäuerin den jungen Günstling in die Vorrathskammer mit. Korn und Obst, Gemüse und Fleisch, Speck und Fett in unerhörter Fülle. Der Sohn des armen Winzers that den Mund auf – aber nicht vor Hunger heute, sondern vor Staunen. Die Bäuerin hielt ihn fest am Arm und zerrte ihn weiter und jener Kammer zu, wo riesige Ballen von Flachs und Leinwand, Wolle und Lodentuch aufgeschichtet waren.
„Da such’ Dir einmal Eins aus,“ sagte die Ländhoferin, „’s ist lauter Winterstoff; ich denk’, Du nimmst dunkelgrau, das wird mit grün fein ausgeschlagen und steht gut! – Ei, setzen wir uns ein wenig nieder, da können wir’s bequemer überlegen.“
Sie setzten sich auf ein braunes Lodenbündel.
„Nun,“ fragte sie hierauf lächelnd, „Felix, was sagst Du zum Ländhof?“
„Da kann man gar nichts sagen, als: den möcht’ ich haben,“ versetzte der Bursche.
Die Bäuerin wartete eine Weile auf ein weiteres Wort, aber Felix befühlte das grobe Schafwollentuch, wie dick es sei und wie weich und dachte: Das wär’ mir schon recht für den Winter.
„Mit dem Ländhofe wärst zufrieden?“ fragte die Bäuerin lauernd.