Jetzt wußte er’s gewiß, der Unterviertler, die Ländhoferin war ihm nicht gleichgiltig. Sein Puls ging rascher, wenn er an sie dachte. Er haßte sie. – Und sie will ihn in die Schürze fangen wie einen jungen Gimpel, der aus dem Nest gefallen ist?

„Oho, vornehme Ländhofbäuerin,“ trillerte er vor sich hin, „so gut soll’s Dir nicht gehen – Dir schon lange nicht. Du hast einen großen Hof, aber ich bin dafür nicht feil. Deinen Hof, den mag ich nicht – mag ihn nicht. Und bei Dir bleib’ ich nicht. Mit der Constanz’ geh’ ich weg und die laß’ ich nicht.“

Der Schneidermeister trippelte des Weges: „Je, schönen Tag, Bauer, morgen bring’ ich Hosen und Rock.“

„Brauch’ sie nicht!“ sagte Felix trotzig und schritt weiter und pfiff und sang und brummte, und lachte laut mit sich selber.

Das Lachen verging ihm bald.

Vom Walde heran schleppten zwei Landwächter einen gefesselten Bauernburschen. Dieser wehrte sich nach allen Kräften, stemmte sich, stieß und biß – und er war schon über und über blutig geschlagen.

„Na, mit Verlaub schön, der hat sicher wen umgebracht?“ fragte Felix einen am Feldraine stehenden Knecht.

„Bei Leib’ nicht,“ antwortete dieser, „umbringen thut der Keinen, das weiß ich. Ich kenn’ ihn. Ein Soldatenflüchtling ist es, hat Vater und Mutter daheim und ’leicht auch sein Mädel nicht vergessen mögen; ist dem Regiment durchgegangen. Nun, jetzt haben ihn die Sakra wieder in den Krallen. Ist verteufelt, so was! Dem geht’s nicht gut, der muß gassenlaufen. Wird geschlagen wie ein Hund. Dem hängt übermorgen das Fleisch vom Rücken. – Ist verteufelt, so was!“

Kein Wörtel sagte Felix. Er blickte noch lange der widerlichen Gruppe nach, dann schritt er weiter und hatte schwere Gedanken.