Nichts leichter als das. Der Ursachen zum Stelldichein giebt es bei jungen Leuten, die sich gerne haben, übergenug. Der Flachs, der noch vor Abends von der Plätte geschafft werden muß, ist auch eine Ursache.

Felix, lange genug umhergeschlendert im Hofe, war gegangen, um dem Mädchen den Flachs abladen zu helfen. Constanze war dabei ja völlig allein und sollte noch vor dem Dunkeln fertig werden.

Doch ging die Arbeit auch zu Zweien nicht sonderlich von statten. Das Mädchen war gewiß fleißig und eilte mit den Bündeln flink in die Dörrstube und war um’s Handumdrehen auch wieder zurück auf der Plätte. Der Felix aber, das war heute ein fauler Schlingel, er legte sich hin zwischen die Flachsschichten und reckte alle Viere von sich. Dieses Bett schaukelte ja so prächtig, und Constanze hüpfte neben ihm hin und her. Und ihr waren die Flachsbündel so leicht, und ihr war so frisch zu Muthe, wie nie noch zuvor, und es that ihr jetzt fast wohl, nun der Stiefmutter einmal ein selbstbewußtes Gesicht gezeigt zu haben.

Constanze sprang auf die Plätte; Felix wollte sich aus dem Flachse erheben.

„Bleib’ liegen,“ flüsterte ihm das Mädchen zu, „dort hinten steht just die Bäuerin.“

„Was frag’ ich nach der Bäuerin!“ versetzte er, „von der laß’ ich mir das Aufstehen schon lang’ nicht verbieten.“

In demselben Augenblicke schwirrte das Seil, die Plätte schnellte empor und schoß davon.

„Heiliger Gott!“ schrie Constanze und taumelte zu Boden.

„Der vermaledeite Strick ist gerissen!“ sagte Felix, setzte aber sofort bei: „Macht nichts, jetzt fahren wir lustig in’s untere Viertel hinab.“