»Der Luft ist eh gut,« meinte die Kellnerin, »aber schmecken tut’s a bissel. Der Haar tut a so schmecken.«
»Was die für eine Sprache hat! Der Luft! Der Haar!«
»Weil das die Haarkasten sein!«
»Haare habt Ihr in diesen Kästen?«
»Und bramelvoll auch noch!« antwortete das Mädel.
Es mögen wohl Pferdehaare sein, dachte der Fremde, von Mähnen und Schweifen. Solche sollen sich gut verkaufen. Die Kellnerin tat stolz um die Schätze und öffnete einen der Kästen. Da sah er nun die weißgeblichenen, wachsglanzigen Flachsrocken, die in länglichen Rollen gewunden, geordnet übereinanderlagen.
»Ah, schön! Flachs, Flachs, ich liebe ihn, den Flachs – aber nur im Kasten, nicht am Leibe. An den Körper gehört Wolle. Seien Sie mal so scharmant, Jungfer, und bringen Waschwasser! Aber gleich einen Bottich voll, nicht im Rasiertellerchen, wie es hierzulande üblich ist.«
In der größten Krautschüssel, die im Hause auffindbar war, brachte sie frisches Wasser und einen großen Seifenwürfel.
»Wünsch gute Verrichtung!« sagte sie, denn mit so einem Herrn muß man höflich sein, und ging davon.
Dann nahm er sich in die Arbeit.