»Weil du daheim ja die Brieftaschen vergessen hast,« lachte der Michel unwirsch auf.
»Hast einmal unrecht, schwarzaugiger Michel. Vergessen kann ich nix, weil ich nix hab!«
»Hast ja doch das große Geld wechseln wollen, Prahler!«
»Prahler? – Das nit, Wirt. Geprahlt hab ich mich mein Lebtag mit nix, außer mit meiner Nixnutzigkeit. Und die hab ich nit von mir selber.«
»Was gehst denn nachher zum Tisch übri?«
»Weil ich einmal ein Hunderter han sehn wollen.«
»Also, was haben wir denn g’habt, Krauthas? Ein Geselchtes, ein Schnaps. – Zwei Schnäps?«
Jetzt klammerte der Mann die dünnen Finger ineinander: »Mein liebester Michel, ich muß heut schuldig bleiben! Und nit bloß das. Ich muß dich um was recht schön bitten. Ich weiß mir nimmer zu helfen.«
»Hast nit ehender gsagt, daß es dir gut geht?«
»Ja, so lang ich Rauchfleisch han gfressen.«