Der Förster dachte, ich will ihn erst sein Abendbrot essen lassen, später könnte es ihm nicht schmecken. Nahrung braucht er ja doch auf das harte Tagewerk.

Nach dem Abendessen rief er ihn in die Kanzlei, wo sonst nur Geschäftssachen mit Fremden abgetan wurden. Elias brauchte von der Geschichte nichts zu wissen; die Sali noch weniger. Der Förster setzte sich nicht in den Lehnstuhl, sondern blieb aufrecht, fast strammer aufrecht, als er sonst war, stehen und fragte den Burschen: »Sag mir einmal, Friedl, wo bist du am Fronleichnamstage gewesen während der Prozession?«

Der Friedl stutzte einen Augenblick, dann zuckte er ein wenig die Achseln und entgegnete: »Wo werde ich denn gewesen sein? Halt mit.«

»Wo mit? Bei dem Umzug? Ich habe dich nicht gesehen. Hast du nicht deine Fahne wieder getragen?«

Auch hierauf die trotzige Antwort: »Soll sie einmal ein anderer tragen. Ich bin kein Kirchenwaschel mehr.«

»So. Zu gering ist dir das. Und beim Faschingbegraben hast du die Ludersstange vorausgetragen. Das war dir nicht zu gering.«

Der Bursche schupfte wieder die Achseln.

»Du sollst gesagt haben, wenn ein Weibsbild dran wär, dann wolltest sie schon tragen. – Hast du diese abscheulichen Worte gesagt?«

Der Bursche starrte auf den Fußboden und antwortete: »Blödsinn!«

»Siehst du,« sprach der Vater mit einem erleichternden Aufatmen, »ich hab’s ja auch nicht geglaubt. Daß du mit Zigeunerbuben solltest gewürfelt haben ums Geld, wird ebenfalls nicht wahr sein.«