»Herr Förster,« sagte er, »den Werksmann haben Sie abgewiesen, aber der Fürstand tritt wieder herbei.« Neuerdings stieg er die drei Antrittsstufen hinauf. »Denn er hat ein paar Worte zu sprechen mit dem Papa des jungen Herrn Fridolin?«

»Was ist’s mit dem, was habt Ihr?«

»Ja, was ist’s mit dem?!« sagte der Gerhalt nach. »Ich hätt leicht gar nix gesagt, wenn nit schon die Leut davon taten reden. Ihr Herr Sohn. Bei der Fronleichnamsprozession hätte er sollen die Aloisiusfahne tragen wie in früheren Jahren. Wissen Sie, was er gesagt hat? Wenn ein sauberes Weibsbild dran wär, wollt er die Fahne schon tragen. Der heilige Aloisius ginge ihn nichts mehr an!«

Darauf der Förster: »Hat er’s gesagt, so hat er’s im Spaß gesagt, der dumme Bub. Er schwätzt immer so. Wenn man alles für ernst halten wollte, was der sagt – herrje!«

»Jawohl, herrje! Und während der Prozession hockt er hinter der Kapelle im Busch und tut mit ein paar Zigeunerbuben würfeln. Um Geld! An solch einem Tag, während des Gottesdienstes! Die Leut wissen schon davon, auch der Herr Pfarrer. Und alles sagt: So was dürft nit einreißen in unserer Gemein! Einen gesalzenen Schülling auf der Abachseiten! Vor Zuschauern zur Abschreckung!«

Der Förster, wie ein gereizter Löwe fuhr er drein: »Wer hat das Recht, meine Kinder zuschanden zu machen? Wenn eins in Schuld ist, so werd ich’s schon selber zu strafen wissen. Und jetzt will ich Ruh haben in meinem Haus! Himmelkreuz verflucht noch einmal!«

Mit gehobenen Armen drang er auf den Gerhalt ein. Dieser wendete sich und ging mit scheinbarer Gelassenheit davon.

Dann war’s am Abend, als der Friedl heimkam vom Holzschlag. Am Brunnen, der im Hof des Forsthauses aus einer Röhre in den Trog sprudelte, wusch er sich den harzigen Waldstaub von den Händen.

Trat der Förster zu ihm und sprach: »Du wirst dich lange waschen müssen, mein lieber Friedl!«

Der Bursche tat nicht viel desgleichen. Es rauschte das Wasser.