Drum, liebe Christen, lebet fromm,
Damit ihr einst in Himmel kommt.«
Als dieses Lied verklungen war, saß Böhme ein Weilchen nachdenklich da.
Endlich murmelte er: »Kein Schreiber kann’s genugsam beschreiben, was der Verdammte in der Hölle muß leiden. – Und damit,« rief er laut, »damit tröstet euch eure Religion? Eine Menschenfreundin erster Güte, das muß man gestehen.«
Gegen diesen Hohn wollte Rufmann sich erheben, als im Vorhause Lärm entstand. Auch in der Küche hörte man einen heiseren Schrei. Wenn Frau Apollonia einmal aufschreit, was muß es da geben?
Zur Stubentür lief der lahme Wenzel herein – denn es gibt Augenblicke, da innere Nötigung alles Gebrest besiegt – und schrie: »Die Beindel, die Beindel!«
Der Michel sprang von seinem Sitze auf und eilte hinaus. Die Bienen! Die Bienen schwärmen!
Aus dem einen Korbe ist der junge Schwarm ausgeflogen. Surrend höhenwärts wie ein dunkles Wölkchen. Aber die wachsamen Augen des Pfründners haben den Schwarm nicht verloren, und während der Alte zwei blecherne Hafendeckeln aneinanderschlägt, daß es schrillt, und dabei um Hilfe schreit, läßt der Schwarm sich nieder auf dem Ahornbaum, hoch an einer äußersten Nebenkrone. Nun sitzt er fest, nun ist Zeit, daß der Wächter ins Haus läuft, um es zu verkünden, und nun erhebt sich im und um das Wirtshaus eine Katzenmusik.
Auch aus der Nachbarschaft sind Leute zusammengelaufen, mit Blechdeckeln und Pfannen, Kuhschellen, Töpfen, Kübeln und anderem Geräte, dem greller Schall zu entlocken ist, arbeiten sie im Garten, damit das junge Königreich der Bienen nicht davonziehen soll.
»Was bedeutet denn dieses schaudervolle Lärmen?« fragte Herr Böhme.