Dieweilen sie so ihrer Kinder Liebe feiern wollten, weckten sie beinahe ihre eigene auf, jene vor dreißig Jahren, die sich schon so friedsam zur Ruh begeben hatte.
Was ist aber das? Was ist denn das? – Es klirren die Fenster.
Ein Sausen und Brausen ums Haus.
Der Förster stand auf und sagte: »Ich habe mir’s ja gedacht. Der Sturmwind.«
Fast finster wurde es in der Stube. Mattes Blitzen. Der Donner war dumpf, aber es ächzten die Wände.
»Die Burschen werden doch schon zurück sein von der Alm,« sagte der Michel.
»Wenigstens bis zur Köhlerhütte in der Bärenstuben, oder sie bleiben gar auf der Seealm. Der Preuß, wenn der sich aufgehalten hat, kann noch nicht leicht in Arlach sein.«
»Man kann sich auch auf der andern Seiten, niederwärts, höllisch vergehen,« sagte der Wirt. »Hätten ihn eigentlich doch nicht sollen fortlassen. Der erste Weg im Frühjahr! Alles verschüttet und verschwemmt.«
Nun kam das schlanke Mägdlein von der Küche herein, zog die Hängelampe nieder, zündete sie an und sagte: »Guten Abend!«
»Guten Abend, Helenerl!« dankten die Väter, und so lieblich war das feine Gesichtlein selten beleuchtet wie in diesem Augenblicke vor der Lampe. Es kam ihnen vor wie eine Erscheinung, die man das erstemal sieht oder – das letztemal. Dann ging sie wieder leise davon. Die Männer schwiegen. Es war, als wäre ein Engel durch das Zimmer gegangen.