Draußen hatte sich der Regen entladen. Anfangs schlug er heftig an die Fenster, dann goß er senkrecht nieder, endlich regnete es in einem leichten gleichmäßigen Schleier, durch den die abendlich dämmernden Bäume des Lärchenschachens noch zu erkennen waren.

Nun kam ein Knecht in die Stube und berichtete, im Garten habe es einen alten Baum zerrissen. Die beiden Männer gingen hinaus. Von dem Ahorn war der große Ast niedergebrochen, auf dem gestern die Bienentraube gehangen. Da lag er auf der Erde, selbst wie ein stattlicher Baum, der seine Äste teils am Boden zerschmettert, teils in den Boden gebohrt hatte. Der Schaft des Astes war teils hohl, teils morsch.

Der Förster deutete auf diesen modrigen Bruch und leise sagte er: »Siehst du, Michel?«

Dieser stand bewegungslos da. Und nach einer Weile: »Könntet ihr sie morgen gleich miteinander in die Kirche tragen, die Pichelbäuerin und – den Michelwirt.« –

Dann sind sie wieder ins Haus gegangen. Aber es war ein fremder Schatten da, obschon die Lampe hell brannte.

Endlich machte der Förster sich auf den Heimweg. Es war nach dem Sturme eine geruhsame Nacht geworden. Manchmal noch ein matter Blitzschein, ein fernes Donnern. Der Regen rieselte mäßig. Der Förster hatte sich des Wirtes Wettermantel entlehnt und schlug sich in den Loden. Ihn fröstelte ein wenig. Die Ach rauschte, stellenweise schlug sie auf die Straße herauf und trug Holzstücke daher, die im Dunkeln bläulich schimmerten. Wenn es im Hals oder in den Bärenstuben eine Brücke genommen hat, so können sie nicht zurück …

Als er ans Forsthaus kam, stand dort am Brunnen ein Mensch und wusch sich die Hände. Der Friedl war’s. – Gottlob, sie sind da.

»Seid ihr denn noch nicht genug naß geworden?« So grüßte ihn der Förster.

Der Bursche mußte es nicht gehört haben, weil der Brunnen rauschte.

»Wo ist dein Bruder?« fragte der Vater laut.