»Sie sind der Seminarist Elias Rufmann, Sohn des Försters Paul Rufmann und dessen schon verstorbenen Ehegattin Cäcilia. Gebürtig in St. Eustachen ob Ruppersbach, katholisch, zurzeit fünfzehn Jahre alt.« Bei dem Worte »fünfzehn Jahre alt« ward die Stimme des Gerichtsrates gedämpft. »Ich muß bemerken, Elias Rufmann, daß Sie jetzt nur als Zeuge dastehen und als nichts anderes. Sie haben die Fragen, die ich stellen werde, vor Gott und Ihrem Gewissen der Wahrheit gemäß zu beantworten.«

Elias nickte mit dem Kopfe.

»Sie und Ihr Bruder haben vor zwei Tagen einen gewissen Nathan Böhme ins Gebirge begleitet. Da genannter Herr des Weges unkundig war und Sie ohnehin auf der Alm zu tun hatten. Wie weit sind Sie mit Herrn Böhme zusammen gegangen?«

»Bis zur Seealmhütte.«

»Warum nicht weiter, da doch erst von dort ab der Weg schlecht wird und schwer einzuhalten ist?«

Elias zuckte die Achseln. »Wir sind ja nicht als Führer gewesen; wir haben auf der Seealmhütte zu tun gehabt, es war nur ausgemacht, daß er sich uns anschließen sollte.«

»Da sind Sie und Ihr Bruder also bei der Seealmhütte zurückgeblieben und der Fremde ging allein weiter?«

Elias schwieg.

Der Gerichtsrat mit Nachdruck: »Herr Nathan Böhme ist von der Hütte ab allein weiter gegangen? Wirklich so ganz allein?«

»Mein Bruder ist noch weiter mit ihm gegangen.«