»War unterwegs ins Gebirge nichts davon gesprochen worden?«
»Nein, da ist alles gemütlich hergegangen.«
»Ist Ihnen gar nichts aufgefallen unterwegs? Ist Ihnen niemand begegnet?«
»Die Holzknechte im Teschenwald. Sonst niemand.«
Da auch weitere Fragen nichts Besonderes ergaben, so sagte der Gerichtsrat, sie wären einstweilen fertig, aber Elias dürfe das Haus nicht verlassen. Das war auch kaum möglich, da am Tore der Gendarm stand, der niemand hinausließ.
Der Förster Rufmann war der Ach entlang hinaufgegangen durch den Hals, dem Friedl entgegen, der am Abende vom Holzschlage heimkehren mußte.
Es brauste das Wasser, es brauste in seinem Kopf, es schwindelte ihm. Traumhaft war, so dahinzugehen in der Schlucht, der Wildnis zu, während es schon dämmerte. Und sein Haus ist zur Stunde von Gendarmen besetzt und seine Buben sollen verhört werden, weil ein Mensch umgebracht worden ist oben im Gebirge. Es wird so was Fieberhaftes sein, man geht in der Irre um. Der Zimmermeister Josef ist ja auch plötzlich erkrankt. Man sollte doch umkehren, daheim werden sie warten, die alte Sali und die Buben.
Aber der Friedl war ja noch nicht vom Schlag zurück. Dem wollte er doch entgegengehen. Oder ihn holen in der Holzknechthütte. Oder ihn suchen in den Wäldern.
An der Stelle, wo das Sträßlein ganz eingeengt ist zwischen Wasser und Felswand, begegneten ihm zwei Holzknechte, die hatten eine Trage, die sie – einer vorn, einer hinten – mit niedergestrammten Armen trugen. Auf dieser Trage lag etwas, das mit Fichtenreisig zugedeckt oder vielmehr in solches eingewickelt war. Die Holzknechte gaben dem Förster kurz einen guten Abend. Er hatte zuerst fragen wollen, was sie da trügen. Er tat es nicht – es schauderte ihn. Er ging rasch vorüber.
Endlich in der Bärenstuben, über den Sandboden herab kam der Friedl getrottet vom Tagwerk. Seine Axt auf der Achsel – und trällerte ein Liedchen. Und erschrak, als er den Vater jäh vor sich sah in der Abenddämmerung.