»Der Eustacher Zimmermeister, der das große Holzsägewerk baut, hier in der Nähe,« antwortete der Gerhalt.

»Wenn er in der Nähe ist – er soll sofort als Zeuge erscheinen.«

»Das wird jetzt nicht gehen, Herr Doktor. Der Mann ist augenblicklich schwer krank. Soll gar nit bei sich sein seit heut früh.«

»Nun, zu der Hauptverhandlung wird er wohl erscheinen können. Einstweilen, glaube ich, wissen wir genug.«

Der Gerichtsrat faltete das Protokoll und steckte es in die Brusttasche. Den Gendarmen trug er auf, die Burschen in strengstem Gewahrsam zu halten – beide. Er will noch in der Nacht ein zweites Verhör vornehmen.

Dann gingen und standen die Herren ums Haus herum. Die Berge ragten schwarz in den gestirnten Himmel auf. Sie besprachen den Fall und äußerten einander ihr Entsetzen über die Verworfenheit und Verstocktheit dieser beiden jungen Leute.

»Ein leichtes Tuch ist er ja immer gewesen,« sagte der Gerhalt. »Zwar gerade nix Schlechtes. Nur leichtsinnig, das weiß ganz Eustachen. Aber so was. Daß ein so junger Mensch zu so was kunnt fähig sein!«

»Immer ein so lustiger Kampel gwest,« gab der Gemeindediener kecklich bei. »Man hat ihn frei gern haben müssen.«

»Jurament möcht ich just keins ablegen, daß er’s ist,« meinte der Gerhalt, »aber hundert gegen eins ist wohl zu wetten drauf.«

Dann ging er und suchte den Förster. Das neue Sägewerk war vergessen oder vielmehr die Feindschaft deswegen. Ein solches Erbarmen hatte er mit dem alten Mann, den das furchtbarste Unglück, das sich nur ausdenken läßt auf dieser Welt, getroffen hat. Er möchte es ihm nur sagen, daß er nicht sollt verzagen, daß alles doch ganz anders sein könne, als es sich bei dem ersten Verhör dargestellt hat. Bei einem so jähen Verhör sind die Leute verwirrt, da wissen sie oft gar nicht, was sie sagen.