Der Förster war im Freien herumgeirrt.

Durch die Küche wollte er in das Stübchen, wo vor fünfzehn Jahren sein Weib gestorben war. Aber er mochte der alten Haushälterin nicht begegnen. Gegen die Brücke wollte er hinüber, da stand jetzt die klobige Gestalt des Gerhalt. Rufmann kehrte um. Allein sein wollte er und sich flüchten und vergraben. In den Hof eilte er zurück, in die Scheune wollte er flüchten. Aber als er die Brettertür öffnete, prallte er zurück.

Da drinnen stand die Tragbahre mit einem Etwas, das länglich in Reisig gewickelt war. Daneben brannte eine Ampel …

Das Geständnis

Der Friedl stand in der Forstkanzlei neben dem Lehnstuhl mit den hölzernen Armstützen.

Die Kerze, die ihm der Gendarm angezündet, hatte er nur dazu benutzt, um eine Zigarre in Brand zu setzen, dann blies er sie aus. Im Dunkeln stand er da und rauchte so heftig, daß das Zimmer qualmte. Bei dem Glosen der Zigarre sah er den Schreibtisch, an welchem sein Vater seit länger als dreißig Jahren gearbeitet hatte. Auf der erhöhten Mittelleiste stand eine kleine Photographie seiner Mutter. Dann suchte er in seinen Taschen eine zweite Zigarre, suchte in den Laden. Er ging an die Tür, die war versperrt. Zornig stampfte er den Fuß auf die Diele. Dann ging er zum Fenster und rüttelte einmal an dem zellenartig geflochtenen Gitter und setzte sich schließlich in den Lehnstuhl.

In der Schlafstube war Elias verhaftet. Im Gefängnis! Anfangs spielte er mit dem Gedanken, dachte an manchen Blutzeugen Gottes, der auch so gefangen war. Und selbiger hatte nicht einmal etwas abzubüßen. Elias rief nach seinem Bruder. Die Wache wies ihn barsch zurück. Mit dem Bruder könne er jetzt nicht sprechen. Da rief er noch lauter nach dem Friedl. Heftig und schrill. Erst Abbitte geleistet, dann konnte er vielleicht schlafen. Oft hatte er von dem Gerichte Gottes gehört und gesprochen, nun empfand er’s das erstemal an sich selbst. Es folgt der Missetat rasch. An die Tür ging er und bat: »Macht mit mir, was ihr wollt, nur zu meinem Bruder Fridolin laßt mich einen Augenblick!«

Der Gendarm schob ihn mit hartem Arm zurück.

Endlich legte Elias sich in sein Bett. Da fiel ihm noch der Vater ein, daß auch der nicht zu ihm komme – und dann schlief er.

Aber nicht lange. Er wurde geweckt. Erst noch schlaftrunken, meinte er, nun würden sie ihn zu Vater und Bruder gehen lassen, aber der Gendarm führte ihn hinab in die große Stube, wo im Lichte der zwei Kerzen wieder die Männer vom Gerichte zusammensaßen.