Er war verstört, aber ruhig. Es schien, als ob er denke: So will ich doch sehen, was da wird. Mir ist’s schon alles eins. – Nun waren die Herren aber doch gespannt, wie lange diese Gleichgültigkeit dauern würde.
»Treten Sie nur nahe heran, Elias Rufmann,« sagte der Gerichtsrat und hob vom Tisch einen kleinen Gegenstand. »Auf der Seealm ist dieses Taschenmesser gefunden worden. Kennen Sie es vielleicht?«
Elias nahm das Messer in die Hand und besah es. Er kannte dieses Messer, es war dasselbe, das er dem Friedl von der Stadt mitgebracht hatte. An der Schale hatte es jetzt einen Schaden.
So sagte Elias: »Das Taschenmesser gehört meinem Bruder.«
»Können Sie das mit Bestimmtheit sagen?«
»Es ist das Taschenmesser meines Bruders.«
Der Gerichtsrat blickte den Studenten eine Weile an, und dann sagte er mit leiser Stimme: »Dieses Messer ist im Rauhruckkar gefunden worden – an der Leiche des Ermordeten. Wie Sie sehen können, das Messer hat Blutflecken.«
Elias stand aufrecht und wankte nicht. Sein fahles Gesicht begann sich zu verzerren, die Oberlippe zuckte heftig – einmal, zweimal. Das Furchtbare, was in ihm vorging, er verbarg es vergeblich.
»Wie glauben Sie, Rufmann, daß Ihres Bruders Messer an die Leiche kam?«
Elias stand starr und schwieg.