»Im fünften Jahrgang ist er, gelt? Eh schon weit mit fünfzehn Jahren. Ich glaub alleweil, um solche Zeit lernt der Bub im Wald mehr als in der Schulstuben.«
»Kommt nur drauf an, was.«
»Laß es drauf ankommen. Denk an, Rufmann, wie du selber vor etlichen zwanzig Jahren aus München bist in unsere Gegend kommen. Das war ein Krisperl! Nit fünf Groschen hätt einer geben für das bissel Forstadjunkten. Und ’s andere! Wie oft hast mir’s erzählt, daß du da im Waldgebirg in einem halben Jahr mehr hättest gelernt als in drei Jahren der Stadtschul!«
»Ein Forstadjunkt. Das ist doch natürlich. Was soll aber ein Theologe im Wald lernen?«
»Die Natur, den Menschen! So ein geweihtes Bürscherl mit seiner papierenen Welt, das weiß ja gar nix, wenn es herauskommt. Das hat nur Sünder und Engel und Teufel im Kopf – aber keinen Menschen, wie sie sind. Geh, laß dein Bübel kommen. Jetzt geht das Frühjahr an.«
»Jetzunter geht das Frühjahr an!« begann der Förster, den’s schon lange danach juckte, zu singen, und der Michel fiel mit ein:
»Und alles fängt zu blühen an
Auf grüner Heid’ und überall.
Es ist nichts Schön’res auf der Welt,
Als wie die Blümlein auf dem Feld,