»Gern haben muß man sie ja doch, die gescheiten Herren Studenten, weil sie so schöne Taschenmesser mit heimbringen.«
Sich so zu necken, das war immer ihre Gewohnheit, und dem Elias tat es ordentlich wohl, daß er hier einmal der moralisch überlegene sein konnte. Im Seminar gab’s das nicht, dort war jeder überlegen, zwar nur untereinander. Aber vor den Professoren gehorsame Diener.
Als sie schon in ihren Betten lagen und das Licht ausgelöscht war, erhob Elias noch einmal seine Stimme, gedämpft sagte er: »In Ernst, Friedl, deine Torheiten mußt du dir abgewöhnen. Nasen kneten! Laß deine Nase wachsen, wie der Herrgott sie haben will. Bist ja doch kein Frauenzimmer, daß du so eitel sein müßtest. Hast du bei unserem Vater einmal eine solche Kinderei gesehen?«
»Ha, ha!« lachte der Friedl auf, »ich laß auch meine Söhne nit zuschauen beim Nasenkneten.«
»Du bist frivol, Friedl, du bist einfach frivol! Deswegen habe ich den Vater genannt, daß du dir an ihm ein Beispiel nimmst. Hörst! und jetzt gute Nacht!«
Begann der Friedl in seinem Bette singend das Sprüchlein zu lallen:
»Die Predigt ist aus,
Der Pfaff geht zum Schmaus,
Die Katz zu der Maus.«
Ein paar Minuten später schnarchten beide.