Der Alte schaute mit Staunen den Friedl an.

»Und der Försterische will auch mit? Der sollt’s doch wissen. Schneekugel treiben, jetzt im Frühjahr, wo die Lahnen abgehen! Seit gestern fahren sie. Man kann’s eh hören. – Buben, da ist’s nix mit dem G’spiel!«

Sie schauten einander an und berieten sich. Es war dumm. So weit herein und umsonst. Die einen wollten doch hinauf. Aber der Friedl war jetzt für die Umkehr.

»Ich hab’s halt nicht gewußt, Kameraden, daß der Teufel schon jetzt roglig wird. Die Lahnen heben doch sonst erst nach Ostern an.«

»Ganz nach dem Wetter,« sagte der Holzknecht. »Jetzt gehn’s halt einmal ab. Laßt sich nix machen. Na, tut wie ihr wollt, g’sagt hab ich’s euch.« Und ging mit geknickten Knien weit ausschreitend seines Weges.

In den Bergen war wieder ein dumpfer Donnerhall.

»Wißt was, Buben,« schlug der Friedl vor, »gehn wir zurück. Kehren wir beim Krauthasen ein auf ein Schligerwitz.«

So haben sie es auch gehalten und ist’s gar lustig geworden in der dämmerhaften Kohlenbrennerhütte.

Der Krauthas gestand, er habe sich wohl gedacht, daß sie ehzeit wieder zurückkommen täten. Und er war bereit. Vom Gesicht hatte er sich den Kohlenstaub gewaschen, daß es nun beinahe menschlich aussah. Der Mann war jünger, als er auf seine geknickte Körperhaltung hin geschätzt wurde. Das Gesicht war mager und wies doch keine rechten Knochen. Um die Mundwinkel hatte es Halbringe. War auch glatt rasiert. Nicht ein Härchen im ganzen Gesichte. Schier wie ein ältlicher Dorfschulmeister. Aber nur, solange er den Mund nicht auftat. Sonst kamen bisweilen unschöne Dinge hervor. Seine Sprücheln und Liedeln, da mußte einer schon mehr als ein Glasel Schligerwitz getrunken haben, wenn sie ihm Spaß machten. Er wartete auch weislich die Zeit ab. Unterhielt die Gäste mit kleinen Taschenspielerkünsten. Gar bedächtig und ehrbar setzte er seine Rede, bis er merkte, daß der Ofen geheizt war. Dann begann er vorsichtig loszulegen und sachte kam es immer dicker und dicker. Dabei das ernsthafteste Gesicht von der Welt.

Nun huben sie einmal an und steckten Pfeifen in Brand. Der Friedl hatte eine Zigarre und zwickte ihr mit dem neuen Taschenmesser die Spitze ab.