Jetzt fallt’s nur nieder auf die Knie,

Jetzt ist die Mutter Gottes hie!

Da haben sie’s nimmermehr g’sehen.

Um so viel eh haben das Wunder wohl

Die Priester aufgeschrieben,

Dem höchsten Gott zu Lob und Ehr’

Dem Menschen auch zu seiner Lehr’:

Maria allzeit lieben.«

Während die zwei bärtigen Männer in der Stube dieses liebliche Lied gesungen, hatte die Sali hinter der Tür schon wieder was zu greinen: »Jetzt glaub ich ihnen gar nix mehr! Sie mögen noch so viel schelten und fluchen – fromm sinds! Sie mögen den höllischen Ganggerl anrufen, so oft sie wollen, in Himmel kommens. Wer unserer lieben Frau so schön tut singen, den verlaßt sie nit.«

Nun hatten die Sänger noch einen anderen Zuhörer, den sie in allen Weiten des Waldes glaubten an diesem schönen Sonntagsnachmittag. Elias lag oben in der Schlafstube zu allerlängst auf dem Boden. Er hatte ganz leise den Holzschuber aufgemacht, der dazu bestimmt war, des Abends die Ofenwärme der großen Stube in die Schlafkammer zu leiten. Heute strömte durch die Öffnung süße Maienluft hinauf, im Liedesklang von der heiligen Jungfrau Maria.