»Na, gerade das verlange ich nit,« lachte der Friedl, »kannst mir sie auch schenken.«

»Und wenn ich nichts habe?«

»Ich bitte dich, du hast immer was.«

»Und warum hast denn du nichts? Kriegst mehr als ich im Monat, verdienst dir auch was, ich verdiene mir nichts.«

»Und brauchst auch nix. Weil du ein braver Junge bist.«

»Und du?«

»Ich? Ein Lump. Das heißt, nein, noch bin ich keiner. Daß ich halt alleweil so viel aufg’legt bin zu allem, was lustig ist. Und daß alles Geld kostet, was lustig ist, ich kann nix dafür. Ist so weit ja nix Schlechtes. Aber wenn man was verspricht und nit hält, dann ist man ein Lump. Und so einer bin ich schon morgen, wenn ich die zehn Kronen nicht hab.«

Elias machte ein strenges Gesicht. An seinen Professoren hatte er es gesehen, wie man die Stirn runzelt und die Augensterne zurückzieht, tief in die Knochen hinein. »Friedl,« sagte er, »weil wir schon von Lumpen reden, wie heißt denn ein Mensch, der was verspricht und weiß, daß er’s nicht halten kann?«

»Das hab ich nit gewußt heute drinnen beim Krauthasen. Auch dich hätte er so gefangen.« Dann erzählte er die Geschichte von der Herzdam, von der Wette und vom Rosoli. »Es ist eine Spielschuld, mein Lieber!« sagte er, um die ganze Größe der Angelegenheit darzutun. »Und jetzt, ob ich morgen ein Lump bin oder nit, das kommt auf dich an.«

»Hörst du, das ist eine Erpressung!«