Einen Juchschrei hatte der Bursch getan, als er über den Antrittstein der Tür hinaussprang. Die Kameraden hatten seine Beglückung nicht wahrgenommen. Sie neckten ihn, daß er abgeblitzt wäre, er trällerte lustig sein selbsterdachtes Sprüchlein:

»Wir locken, wir locken

Die roten Eier

Bei schönen Dirndlein

Mit rotem Mund!«

Als die Häuser, in denen etwas zu erhoffen, abgegangen waren, wobei es noch mancherlei Schalkerei gegeben, eilten die drei Burschen in eine Heuscheune, denn es regnete. Dort sollte der große Eierschmaus stattfinden.

Sie machten behutsam ihre Säcklein auf und zählten die Beute. Und begannen nun, um die Dinger auf ergötzliche Art zu zerbrechen und dabei weitere Beute zu machen, die üblichen Eierspiele. Sie rollten die Eier über den Bretterboden hin, um mit dem einen das andere zu treffen. Der eine versteckte das Ei im Heu und die anderen mußten es suchen. Der eine hielt in halbgeschlossener Faust das Ei hin und der andere schleuderte ein Zweihellerstück darauf, um es mit der Schneide zu treffen. Dann wieder stellten sich zwei Burschen hin und tutschten mit den Spitzseiten zwei Eier zusammen. Wessen Ei bei solchen Spielen unverletzt blieb, der war Gewinner auch des zerschlagenen.

Der Friedl hatte das seine vom Wirtshaus nicht aufs Spiel gesetzt, sondern es mit dem Sacktuch umwickelt, in der Tasche geborgen, und mit den übrigen gewann er so viel, daß er die Kameraden einladen konnte zu einem Eierschmaus, wobei die versehrten Stücke völlig entschält und die hartgesottenen, glänzend weißen Eierleiber, Eiweiß und Dotter mit Salz verzehrt wurden. Die Gerhaltbuben hatten in einem früheren Jahre einmal die Erfahrung gemacht, wie weit das gehen dürfe mit dem Verzehren harter Eier, so ließen sie es mit vier oder fünf Stücken gut sein, die übrigen schenkten sie kleinen Buben, die beim Eierlocken noch nicht so glücklich gewesen waren als die großen.

Als der Friedl heimwärts ging, traf er auf der Straße den Kruspel, der wollte ihm Eier abbetteln. Da sagte der Försterbub spottweise: »Willst ihrer haben, so geh selber locken. Kannst auch bei der Michelwirtstochter anfragen. Vielleicht kriegst wieder was.«

Da fuhr der Straßenschotterer wütend auf ihn los.